THE BLUES BIG BAND
Henner
Dickhaut, Kurt Sogel, Christiane Winning,
Heidi Winter - Gesang
André Forster, Karsten Fürchtenicht, Hermann Nägele
-
Trompete
Kerstin Röhn, Thomas Schneider, Wolfgang "Hugo"
Scholz, Peter Zingrebe - Saxophone
Berthold Althoff, Detlef Landeck - Posaune
Frank Pecher, Thomas Phleps - Gitarre
Markus Frei - Bass
Udo Größel - Schlagzeug
Bei
aller Begeisterung für die verschiedenen Stile und großen
Namen, die der Blues in seiner fast hundertjährigen Geschichte
hervorgebracht hat, lässt sich die nunmehr seit neun Jahren bestehende
Blues Big Band auf keine Spielart dieser nach wie vor zeitgemäßen
Musik festlegen. In zahlreichen Eigenkompositionen wie in Neuarrangements
bekannter und vergessener Bluestitel demonstriert The Blues Big Band
eindrucksvoll die enorme Vielfalt der musikalischen Möglichkeiten,
die das reichhaltige Reper-
toire des Blues bietet. Wenngleich Blueskenner in diesen Arrangements
zahlreiche Einflüsse und Anklänge der verschiedenen Stilrichtungen
entdecken werden, betrachtet The Blues Big Band als eigentliche Vorbilder
vor allem solche Musiker und Bands, die alle vermeintlichen Reinheitsgebote
für den Blues ignoriert haben: so die drei "Kings"
des Blues, Albert, B.B. und Freddie, The Paul Butterfield Bluesband
und insbesondere britische Formationen wie Alexis Korners CCS oder
die Keef Hartley Band. Auffälligstes Kennzeichen der Band ist
ihre einzigartige Besetzung mit siebzehn Musikerinnen und Musikern.
Vor allem die ungewöhnlich starke Bläsersektion eröffnet
ungeahnte musikalische Möglichkeiten. Ihr eindrucksvolles Spiel
lässt selbst Bluespuristen ihre Abneigung gegen jegliches "Gebläse"
jenseits der alten Bluesharp vergessen.
BRÖTZMANN/JOST & Co.
Peter
Brötzmann - Saxophone und Klarinetten
Ekkehard Jost - Saxophone und Klarinetten
Reiner Winterschladen - Trompete
Giorgio Occipinti - Piano
Manfred Becker - Akkordeon
Dieter Manderscheid - Kontrabass
Joe Bonica - Schlagzeug
Der
Auftritt dieser Gruppe auf unserem Festival bedeutet eine Premiere.
In dieser Besetzung niemals zuvor auf einer Bühne vereint, gibt
es unter den sieben zum Teil sehr unterschiedlichen Spielermentalitäten
dennoch genügend gemeinsame Erfahrungen, um einen spannenden
jazzmusikalischen Gedankenaustausch vorhersagen zu können. Der
Wuppertaler Saxophonist Peter Brötzmann zählt zu den Wegbereitern
und stilbildenden Musikern des zeitgenössischen Jazz in Europa.
Die Giessener Jazzinitiative hatte ihn mehrfach zu Gast; zuletzt trat
er im Quartett gemeinsam mit Jost, Manderscheid und Bonica in der
Uni-Aula auf. Der Pianist Giorgio Occipinti stammt aus Ragusa/Sizilien
und gilt als eines der bemerkenswertesten neuen Talente des Jazz in
Italien. Über die Landesgrenzen hinaus wurde er vor allem durch
seine Mitwirkung in Pino Minafras Sud Ensemble bekannt, mit dem er
vor einigen Jahren auch in Giessen gastierte. Reiner Winterschladen
und Dieter Manderscheid kommen ursprünglich aus den Reihen der
Kölner Jazzhaus-Initiative und zählen heute zu den meistgefragten
Improvisatoren innerhalb der "zweiten Generation" des Neuen
Jazz in Deutschland. Dem hessischen Publikum sind sie nicht zuletzt
durch ihre Mitwirkung in Formationen wie Chromatic Alarm und Transalpin
Express Band sowie in zahlreichen Projekten bestens bekannt. Die drei
"Eingeborenen", Manfred Becker, Joe Bonica und Ekkehard
Jost, muss man dem Giessener Publikum nicht vorstellen; sie zählen
seit vielen Jahren zu den jazzmusikalischen Aktivisten dieser Stadt
und haben ihren Aktionsradius inzwischen europaweit ausgedehnt.
GOOTS
Odilia Rodach - Gesang
Frank Warnke - Gitarre
Markus Runzheimer - Bass
Thomas Witte - Schlagzeug
Die Gruppe Goots lädt dazu ein, einem groovigen Programm mit
eingängigen Melodien und eigenwilligen Arrangements zu lauschen.
Das Songmaterial - ausschließlich Eigenkompositionen aus der
Feder der Sängerin Odilia Rodach und des Gitarristen Frank Warnke
- weist die Merkmale vieler Stilrichtungen auf und hat doch eine ganz
eigene Note. Von tanzbar bis balladesk zeigen die vier Musiker ein
dynamisches Programm voller Höhepunkte.
WOLLIE
KAISER - TIMEGHOST
Wollie Kaiser - lead vocals, electric and acoustic sax, bcl
Stefan Lottermann - electric and acoustic tb, vocals
Ulla Oster - solid body upright bass, vocals
Reinhard Kobialka - dm
Der
Timeghost tobt - spätestens seit Wendezeiten allüberall
an- gebrochen sind, ist totales Feelgood angesagt. Postmodernes Mediengesabbel
wabert aus den Lautsprechern and tells us, wie klasse die Welt doch
jetzt sei. Freedom für alle Konsumenten! Da darf die Kunst natürlich
nicht hintanstehen. Was tut der Jazzmusiker angesichts solcher Entwicklung?
Er übersetzt Timeghost ins Deutsche (sprachlich wie musikalisch)
mit allen Feelgoods und fickenden Katzen and so on und entlarvt langsam
aber brachial den Mythos vom universalen medialen Wohlstand für
alle als jämmerlichen Aufgussbeutel - second hand Feel traurigster
Machart. Das alles nicht aus dem Intellektuellenkämmerlein oder
dem elfenbeinernen Jazzkeller, sondern aus der Rock-Ecke, der fast
noch guten alten, die auf einmal angesichts medialer Kälte allerorten
wirkt wie die schlichte Wahrheit. Wollie Kaisers Timeghost ist die
zeit- gemäß unzeitgeistige Antwort auf den Zeitgeist.
ALEXANDER VON SCHLIPPENBACH TRIO
Alexander
von Schlippenbach - Piano
Evan Parker - Sopran- und Tenorsaxophon
Paul Lovens - Schlagzeug
Powerplay, Konstruktivismus, Virtuosität, Klangforschung. Wenn
es eine Formation gibt, durch die die Kontinuität des europäischen
Free Jazz über die letzten drei Jahrzehnte hin- weg in Reinkultur
repräsentiert wird, dann ist es diese. Kompromisslos, zielbewusst,
ohne Schielen nach modischen Trends, mitunter sperrig, aber immer
hochkonzentriert und energiegeladen, bildet dieses Schlippenbach-Trio
einen der Fixpunkte am Horizont zeitgenössischer Jazzgeschichte.
CREAMTEAM
Frank
Warnke - Gitarre
Hans Kreuzinger- Saxophone, Flöte
Frank Höfliger - Bass
Ernst Seitz - Tasteninstrumente
Dirk Rosenbaum - Schlagzeug
1993
formierte sich in Gießen die Fusionband Creamteam aus einem
Kreis von Musikern, deren Ziel es war, einen eigenen Weg in Richtung
Fusion zu gehen. Ein Standbein dieses Konzepts sind die Eigenkompositionen
des ursprünglich aus Salzgitter stammenden Gitarristen Frank
Warnke. Das andere die Idee, sich die Lebendigkeit und Spielfreude
sowie den gewissen "Alarmfaktor" auch in dieser Stilistik
zu erhalten. Dieses Konzept ging sehr schnell auf, wie sich aus den
Reaktionen auf die ersten Live-Auftritte ablesen ließ. So qualifizierte
sich das Creamteam bereits im Herbst 1993 als einzige Instrumentalband
für den Sampler "Gießen Tracks", spielte im Frühjahr
1994 auf der Musikmesse in Frankfurt und ist seither auch überregional
aktiv.
TRIO MUSIC
Elvira
Plenar - Piano
Vitold Rek - Kontrabass
Ralf Hübner - Schlagzeug
Dieses Trio ist die "Wunschband" unseres Preisträgers
Werner Wunderlich. Sie repräsentiert einige für seinen Werdegang
wichtige Aspekte: seinen Frankfurter Wirkungskreis, seine Berliner
roots (Wunderlich und Hübner sind gebürtige Berliner), seine
seit Jahrzehnten bestehenden en- gen Beziehungen zur polnischen Jazzszene
(welcher Vitold Rek entstammt) und seine Aufgeschlossenheit für
musikalische Innovation und kreative Energie, wie sie auf so überzeugende
Weise durch die Trägerin unseres Hesssischen Jazzpreises von
1993, Elvira Plenar, verkörpert wird. Trio Music steht für
ein demokratisches Spielkonzept. Es gibt keine sidemen und keine sidewomen.
Es agieren drei gleichrangige und gleichberechtigte Spielpartner.
Der Akzent liegt auf Interaktion. Die Rollenverteilung ist flexibel.
BIG NOISE FROM GIESSEN
ZONE G
Herbert
Hellhund, Frank Deppe - Trompete
Christian Krauß - Posaune
Nils Hartwig, Ekkehard Jost, Hans Kreuzinger, Jörn Pons - Saxophone
Uwe Hager,Manfred Becker - Akkordeon
Volker Spicker - Piano
Frank Warnke - Gitarre
Frank Höfliger,Kai Rohde, Markus Runzheimer - Bass
Odilia Rodach - Gesang
Joe Bonica, Dirk Rosenbaum - Schlagzeug
Besetzungsangaben ohne Gewähr
Einmal
im Jahr, genauer gesagt, am ersten Mittwoch im Dezember und damit
sozusagen zum Schluss der Saison, feiert die Giessener Jazz-Initiative
sich selbst mit einem Konzert im Ulenspiegel unter dem Motto "Big
Noise from Giessen". Die Darbietungen rangieren von selbstvergessenen
Solo-Auftritten über diverse ad-hoc-Formationen unterschiedlichster
stilistischer Orientierung bis hin zum orchestralen Powerplay. Das
Konzept fördert die Solidarität und den musikalischen Gedankenaustausch.
Es hat sich bewährt und wir wollen es auf dieses Festival übertragen,
allerdings - wie es sich für ein Festival gehört - in etwas
geordneterer Form und auf der Ba- sis einer gründlichen Vorbereitung.
Bei Redaktionsschluss waren natürlich weder die Kompositionen
fertig, noch stand die genaue Besetzung fest. That's Jazz.
JAZZINITIATIVE
GIESSEN
Kleiner Rückblick
Die
Jazzinitiative Gießen, kurz JAZZIG genannt, ist kein Fanclub
von sog. Jazzfreunden, sondern eine Musiker-Kooperative. Sie existiert
seit Mai 1977 und ist damit unter den zur Zeit im Lande Hessen aktiven,
vergleichbaren Institutionen die älteste. - Begonnen hatte alles
jedoch noch ein wenig früher: bereits im Juli 1976 formierte
sich auf der Basis des "Jazzworkshops der JLU" eine "AG
Alternative Musikkultur", die in Zusammenarbeit mit dem ASTA
eine Konzertreihe "Jazz in der Uni-Aula" durchzuführen
begann. Ab 1978, nach der Gründung der "JAZZIG" als
·eingetragener Verein·, begannen sich die Aktivitäten
der Initiative über die Uni-Aula hinaus auszuweiten. Die Oktave
kam ins Spiel, der Konzertsaal des Musikwissenschaftlichen Instituts
mit seiner sagenhaften Akustik, das Gasthaus Lahnlust, der Netanya-Saal,
die Alte Unibibliothek und schließlich - seit 1993 - der Ulenspiegel.
Festivals fanden u.a. in der Kongresshalle (1986), im Ziegelschiff
(1992) und im Musikwissenschaftlichen Institut (1994) statt. Und so
kann man wohl sagen, daß es kaum einen auch nur halbwegs geeigneten
Raum in Gießen gibt, in dem die JAZZIG ihre akustischen Spuren
nicht hinterlassen hätte. Nachdem sich die Initiative in den
ersten Jahren sehr stark auf die Veranstaltung von Konzerten mit auswärtigen
Gruppen konzentriert und dafür viel Energie und Zeit investiert
hatte, begann man sich im Laufe der folgenden Jahre mehr und mehr
auf die Realisierung der eigenen Interessen zu besinnen. Denn mittlerweile
gab es schon eine ganze Reihe von profilierten Gießener Musikern,
die nicht länger vor allem als Gastgeber und Konzertveranstalter
fungieren, sondern in stärkerem Maße auch ihre eigene Musik
in den Vordergrund stellen wollten. Zu den Formationen, die während
der 80er Jahre auf der Gießener Szene aktiv waren, gehörten
Grumpff, TNT, Triangle, Sequenz, Amman Boutz, Zeno, Pourqois Pas,
Balance, Tension, Up-Art und Augmented New. Keine dieser Gruppen existiert
heute noch, für langlebige Besetzungen ist die Jazzszene viel
zu lebendig (und ökonomisch zu instabil). Dabei sind die meisten
der an diesen Formationen einstmals beteiligten Musiker nach wie vor
unvermindert aktiv: in neuen Besetzungen mit neuen Namen, in diversen
Projekten - auf der hessischen Jazzszene und weit darüber hinaus.
Gegenwärtig geht es unserer Gießener Jazzmusiker-Kooperative
einigermaßen gut. Es gibt - wie man sieht und hört - einige
Jubiläen, die für Auf- merksamkeit und materielle Unterstützung
sorgen. Unser Publikum ist uns treu, unsere Konzerte sind durchweg
gut besucht, die Presse ist uns meistens freundlich gesonnen. Und
mit den Veranstaltern, mit denen wir regelmäßig zusammenarbeiten
(Hallo Keyla!) kommen wir gut klar. Jedoch stehen die Zeichen auf
Sturm. Das Eis, auf dem unsere Musik tanzt, wird zunehmend dünner.
Die öffentlichen Mittel, die zum Überleben einer nur begrenzt
populären Kunst unverzichtbar sind, werden kontinuierlich reduziert.
Medien wie der Hessische Rundfunk, die uns vor nicht allzu langer
Zeit noch hilfreich unter die Arme griffen, richten ihr Interesse
wohl zunehmend auf ihre Einschaltquoten. Anlass zur Resignation ist
dennoch nicht gegeben. Die kreative Energie der Gießener Jazzszene
ist ungebremst und wird sich - trotz mancherlei widriger Umstände
- auch in Zukunft Gehör verschaffen. Dieses Festival mag Ihnen
hier- von einen hoffentlich nachhaltigen Eindruck vermitteln. Wir
wünschen Ihnen viel Spaß dabei und das eine oder andere
tiefgreifende jazzmusikalische Erlebnis.
Ekkehard Jost
PHOTOAUSSTELLUNG 14.11. - 14.12.
Die
Ausstellung mit Photos von Herbert Fritz im TIL beschränkt sich
bewusst auf Photos von Musikern, die der JazzIG angehören.
Sie dokumentieren somit gewissermaßen den "harten Kern"
der musikalischen Aktivitäten der Initiative während der
letzten Jahre.
Herbert Fritz, geboren 1959 in Bayern, kam 1991 aus beruflichen Gründen
nach Gießen. Er ist Dozent für Spanische Literatur an der
Justus-Liebig-Universität. Seit 1994 sieht er als Photograph
regelmäßig die Veranstaltungen der JazzIG durch die Linse
seiner betagten Canon AE1. Die Ergebnisse seines auch visuellen Interesses
am Jazz werden hier erstmals öffentlich gezeigt.
Grußwort der Hessischen Ministerin für Wissenschaft
und Kunst
Dr. Christine Hohmann-Dennhardt
Das Hessische Jazzpodium hat sich in seinem sechsten Jahr als wichtiges
hessisches Jazzfestival etabliert. Sein Programm mit regionalen Schwerpunkten
und Workshops wird jeweils von einer anderen örtlichen Jazzinitiative
in Zusammenarbeit mit der Jazzakademie Hessen erarbeitet. Nur mit
diesem ehrenamtlichen Engagement ist ein anspruchsvolles Programm
durchführbar. Die Jazzpodien, die auch durch die jeweiligen Kommunen
unter- stützt werden, geben dem regionalen Jazzleben wesentliche
Impulse für ihre weitere Arbeit. Sie sind damit ganz wesentlich
für die Fortentwicklung der hessischen Jazzszene. Die Jazzpodien
sind zugleich das Forum für die Verleihung des Hessischen Jazzpreises.
So auch dieses Jahr, in dem der Hessische Jazzpreis dem Journalisten
und Konzertveranstalter Werner Wunderlich verliehen wird. Wunderlich
hat die älteste Konzertreihe in Deutschland, den "Jazz im
Palmengarten" in Frankfurt, gegründet. Seit Jahrzehnten
arbeitet er für viele deutsche Rundfunkanstalten. Durch sein
breites Ver- ständnis für alle Jazzstile sowie seine Fähigkeit,
diese zu vermitteln, gilt er als wichtige Integrationsfigur der deutschen
Jazzszene. Die Jazzinitiative Gießen beteiligt sich 1997 bereits
zum zweiten Mal am Hessischen Jazzpodium. Anlass ist das 20jährige
Bestehen der Initiative. Ich will daher diese Gelegenheit nutzen und
ihr herzlich zu diesem Jubiläum gratulieren. Zugleich danke ich
ihren Mitgliedern für die örtliche Organisation des diesjährigen
Festivals. Den Mitgliedern der Jazzakademie Hessen e. V. danke ich
für ihr konstantes Engagement für den Jazz in Hessen. Allen
beteiligten Musikerinnen und Musikern sowie den Gästen wünsche
ich spannende Konzerte und ein aufregendes Festival.
GRUSSWORT
DES OBERBÜRGERMEISTERS
In diesem Jahr feiert nicht nur die Stadt Gießen ein denkwürdiges
Jubiläum, sondern auch die Jazzinitiative Gießen. Vor 800
Jahren, in einer 1197 ausgestellten Urkunde, wird erstmals der Name
der Stadt im Zusammenhang mit einer Schenkung erwähnt. Dieses
Jubiläum feiern die Stadt, ihre Bürgerinnen und Bürger
und viele Vereine mit einer großen Zahl von Veranstaltungen,
die die kulturelle und soziale Vielfalt in dieser Stadt dokumentieren.
Aber nicht nur die Stadt hat Anlass zum Feiern. Auch die Jazzinitiative
Gießen, die in diesem Jahr auf ein 20jähriges Bestehen
zurückblicken kann und damit die älteste Jazzinitiative
Hessens ist, feiert mit. In diesen Jahren hat sie sich als ein Forum
etabliert, bei dem sich nicht nur internationale Stars, sondern auch
weniger bekannte Musiker und Bands präsentieren können.
Die Jazzinitiative wird mit einem abwechslungsreichen, vielversprechenden
Jubiläumsprogramm Musik zu Gehör bringen, die von der Tradition,
von ihren Fundamenten lebt und dennoch für Improvisation und
Weiterentwicklung steht. Ich gratuliere der Jazzinitiative Gießen
und freue mich, dass sie im Rahmen des Gießener Stadtjubiläums
ihr 20jähriges Bestehen feiert und damit einen wichtigen Beitrag
zur kulturellen Vielfalt in dieser Stadt leistet.
Manfred Mutz, Oberbürgermeister
GRUSSWORT DER JAZZAKADEMIE HESSEN e.V.
Die Jazzinitiative Gießen feiert zwanzigjähriges Bestehen
- angesichts der mittlerweile fast hundertjährigen Geschichte
des Jazz eigentlich nur ein kleiner Abschnitt, angesichts der sich
schnell wandelnden Jazzszene aber durchaus ein Grund zum Feiern. Doch
nicht die zeitliche Beharrlichkeit veranlasste die Jazzakademie Hessen,
ihr Jazzpodium zum zweiten Mal nach Gießen zu vergeben, sondern
vor allem die Tatsache, dass die Gießener Jazzinitiative in
all diesen Jahren ein konsequent anspruchsvolles Programm in die Mittelhessenmetropole
brachte, neue Spielorte für die Musik entdeckte, junge Musiker
an den Jazz heranführte, Ansporn für neue Gruppen und neue
Gruppenkonzepte gab. Die Jazzakademie Hessen e.V. wurde 1990 gegründet,
um Aktivitäten der regionalen Jazz- szene zu bündeln. Seither
organisiert sie jedes Jahr in Zusammenarbeit mit einer örtlichen
Initiative das Hessische Jazzpodium. Dies ist ein Festival, bei dem
regionale Projekte vorgestellt werden, den Musikern und Ensembles
der Region aber auch die Gelegenheit gegeben werden soll, über
den eigenen Dunstkreis hinauszublicken, Bands und Musiker von außerhalb
einzuladen und Kontakte zu knüpfen. Die Erfolge der vergangenen
Jahre haben unserem Konzept recht gegeben, das nicht die Jazzstars
in den Vordergrund stellt, sondern vielmehr die lokale, lebendige
Jazzszene. Zum Hessischen Jazzpodium gehört traditionell die
Verleihung des Hessischen Jazzpreises durch die Ministerin für
Wissenschaft und Kunst. Mit dem Preis werden Persönlichkeiten
ausgezeichnet, die sich um die Jazzszene des Landes verdient gemacht
haben. Nach Heinz Sauer, dem Verein "Jazzfreunde Fulda",
Elvira Plenar, Bob Degen, Emil Mangelsdorff und Jürgen Wuchner
geht der Preis in diesem Jahr an Werner Wunderlich, der seit Jahrzehnten
als renommierter Jazzkritiker, Rundfunkmoderator, Konzertveranstalter
und Integrationsfigur für die verschiedenen Szenen des Jazz aktiv
ist. Wunder- lichs Frankfurter Konzertreihe "Jazz im Palmengarten"
ist die älteste vergleichbare Veranstaltung in Deutschland. Sein
Wirken um den Jazz geschah und geschieht oft im Hintergrund. Er soll
mit dem Hessischen Jazzpreis für all die organisatorische Arbeit
ausgezeichnet werden, die eine effektive Unterstützung des Jazzlebens
in Hessen und in Deutschland darstellt. Das Programm des diesjährigen
Hessischen Jazzpodiums ist nur durch die weitreichende finanzielle
Unterstützung des Landes Hessen und der Stadt Gießen möglich.
Beiden sagen wir hierfür unseren aufrichtigen Dank. Die Hauptorganisation
des Festivals lag bei der Jazzinitiative Gießen, die sowohl
den Veranstaltungsort als auch weitgehend das musikalische Programm
aussuchte. Den Mitgliedern der Jazzinitiative sei an dieser Stelle
gedankt: für die Arbeit, die zur Realisierung dieses Festivals
führte, wie auch für die Arbeit, die sie in den vergangenen
zwanzig Jahren für den Jazz in Hessen leisteten. Ihnen, den Besuchern
des Gießener Festivals, wünsche ich viel Spaß bei
einem Programm, das reichlich jazzmusikalische Spannung verspricht.
Gießen, im November 1997
Wolfram Knauer 1. Vorsitzender der Jazz-Akademie Hessen e.V.
Werner Wunderlich
6. HESSISCHES JAZZPODIUM
20 JAHRE JAZZINITIATIVE GIESSEN
Eine Veranstaltung der Jazzinitiative Gießen e.V.
im Rahmen des Gießener Stadtjubiläums 1997
in Zusammenarbeit mit der Jazzakademie Hessen e.V.
und dem Stadttheater Gießen,
gefördert durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft
und Kunst und durch die Stadt Gießen,
mit freundlicher Unterstützung durch Musikhaus Schönau,
Licher
Brauerei, Emil Schmall GmbH, Grieb GmbH, Karstadt, Gießener
Anzeiger, Hotel am Ludwigsplatz, Fish Music, Oktave, Ulenspiegel
Festivalorganisation: Jazzinitiative Gießen
Presse und Medien: Uwe Hager, Jörn Pons, Volker Spicker
Werbung: Manfred Becker, Uwe Hager, Jörn Pons
Verträge und GEMA: Uwe Hager
Hotelbuchungen: Uwe Hager
Tontechnik: Musikhaus Schönau/Daniel Pottek
Saaltechnik/Licht: Hermann Schmidt
Fotoausstellung: Herbert Fritz
Video- und Audio-Dokumentation: Ekkehard Jost, Andreas Wessel
Fotodokumentation: Ekkehard Jost, Herbert Fritz
Catering: Löbers