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History

20 Jahre Jazzinitiative Gießen - 1997

6. Hessisches Jazzpodium
20 Jahre Jazzinitiative Gießen


Freitag, 14.11.
20 Uhr Theater im Löbers
THE BLUES BIG BAND
BRÖTZMANN/JOST & Co.
23 Uhr Ulenspiegel
GOOTS

Samstag, 15.11.
20 Uhr Theater im Löbers
WOLLIE KAISER & TIMEGHOST
SCHLIPPENBACH TRIO
23 Uhr Oktave
CREAMTEAM

SONNTAG, 16.11.
Uhr Theater im Löbers
ZONE G
Verleihung des Hessischen Jazzpreises an Werner Wunderlich
TRIO MUSIC


Tageskarte: 25.-/18.- Festivalpass: 60.-/45.- Vorverkauf: Löbers

Jazzinitiative Gießen - Kleiner Rückblick

Photoausstellung 14.11. - 14.12.

Grußwort der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst
Dr. Christine Hohmann-Dennhardt

Grußwort des Oberbürgermeisters

Grußwort der Jazzakademie Hessen e.V.

Impressum

 

 


 


THE BLUES BIG BAND

Henner Dickhaut, Kurt Sogel, Christiane Winning,
Heidi Winter - Gesang
André Forster, Karsten Fürchtenicht, Hermann Nägele -
Trompete
Kerstin Röhn, Thomas Schneider, Wolfgang "Hugo"
Scholz, Peter Zingrebe - Saxophone
Berthold Althoff, Detlef Landeck - Posaune
Frank Pecher, Thomas Phleps - Gitarre
Markus Frei - Bass
Udo Größel - Schlagzeug


Bei aller Begeisterung für die verschiedenen Stile und großen Namen, die der Blues in seiner fast hundertjährigen Geschichte hervorgebracht hat, lässt sich die nunmehr seit neun Jahren bestehende Blues Big Band auf keine Spielart dieser nach wie vor zeitgemäßen Musik festlegen. In zahlreichen Eigenkompositionen wie in Neuarrangements bekannter und vergessener Bluestitel demonstriert The Blues Big Band eindrucksvoll die enorme Vielfalt der musikalischen Möglichkeiten, die das reichhaltige Reper-
toire des Blues bietet. Wenngleich Blueskenner in diesen Arrangements zahlreiche Einflüsse und Anklänge der verschiedenen Stilrichtungen entdecken werden, betrachtet The Blues Big Band als eigentliche Vorbilder vor allem solche Musiker und Bands, die alle vermeintlichen Reinheitsgebote für den Blues ignoriert haben: so die drei "Kings" des Blues, Albert, B.B. und Freddie, The Paul Butterfield Bluesband und insbesondere britische Formationen wie Alexis Korners CCS oder die Keef Hartley Band. Auffälligstes Kennzeichen der Band ist ihre einzigartige Besetzung mit siebzehn Musikerinnen und Musikern. Vor allem die ungewöhnlich starke Bläsersektion eröffnet ungeahnte musikalische Möglichkeiten. Ihr eindrucksvolles Spiel lässt selbst Bluespuristen ihre Abneigung gegen jegliches "Gebläse" jenseits der alten Bluesharp vergessen.



BRÖTZMANN/JOST & Co.

Peter Brötzmann - Saxophone und Klarinetten
Ekkehard Jost - Saxophone und Klarinetten
Reiner Winterschladen - Trompete
Giorgio Occipinti - Piano
Manfred Becker - Akkordeon
Dieter Manderscheid - Kontrabass
Joe Bonica - Schlagzeug

Der Auftritt dieser Gruppe auf unserem Festival bedeutet eine Premiere. In dieser Besetzung niemals zuvor auf einer Bühne vereint, gibt es unter den sieben zum Teil sehr unterschiedlichen Spielermentalitäten dennoch genügend gemeinsame Erfahrungen, um einen spannenden jazzmusikalischen Gedankenaustausch vorhersagen zu können. Der Wuppertaler Saxophonist Peter Brötzmann zählt zu den Wegbereitern und stilbildenden Musikern des zeitgenössischen Jazz in Europa. Die Giessener Jazzinitiative hatte ihn mehrfach zu Gast; zuletzt trat er im Quartett gemeinsam mit Jost, Manderscheid und Bonica in der Uni-Aula auf. Der Pianist Giorgio Occipinti stammt aus Ragusa/Sizilien und gilt als eines der bemerkenswertesten neuen Talente des Jazz in Italien. Über die Landesgrenzen hinaus wurde er vor allem durch seine Mitwirkung in Pino Minafras Sud Ensemble bekannt, mit dem er vor einigen Jahren auch in Giessen gastierte. Reiner Winterschladen und Dieter Manderscheid kommen ursprünglich aus den Reihen der Kölner Jazzhaus-Initiative und zählen heute zu den meistgefragten Improvisatoren innerhalb der "zweiten Generation" des Neuen Jazz in Deutschland. Dem hessischen Publikum sind sie nicht zuletzt durch ihre Mitwirkung in Formationen wie Chromatic Alarm und Transalpin Express Band sowie in zahlreichen Projekten bestens bekannt. Die drei "Eingeborenen", Manfred Becker, Joe Bonica und Ekkehard Jost, muss man dem Giessener Publikum nicht vorstellen; sie zählen seit vielen Jahren zu den jazzmusikalischen Aktivisten dieser Stadt und haben ihren Aktionsradius inzwischen europaweit ausgedehnt.

 

GOOTS

Odilia Rodach - Gesang
Frank Warnke - Gitarre
Markus Runzheimer - Bass
Thomas Witte - Schlagzeug


Die Gruppe Goots lädt dazu ein, einem groovigen Programm mit eingängigen Melodien und eigenwilligen Arrangements zu lauschen. Das Songmaterial - ausschließlich Eigenkompositionen aus der Feder der Sängerin Odilia Rodach und des Gitarristen Frank Warnke - weist die Merkmale vieler Stilrichtungen auf und hat doch eine ganz eigene Note. Von tanzbar bis balladesk zeigen die vier Musiker ein dynamisches Programm voller Höhepunkte.


WOLLIE KAISER - TIMEGHOST

Wollie Kaiser - lead vocals, electric and acoustic sax, bcl
Stefan Lottermann - electric and acoustic tb, vocals
Ulla Oster - solid body upright bass, vocals
Reinhard Kobialka - dm


Der Timeghost tobt - spätestens seit Wendezeiten allüberall an- gebrochen sind, ist totales Feelgood angesagt. Postmodernes Mediengesabbel wabert aus den Lautsprechern and tells us, wie klasse die Welt doch jetzt sei. Freedom für alle Konsumenten! Da darf die Kunst natürlich nicht hintanstehen. Was tut der Jazzmusiker angesichts solcher Entwicklung? Er übersetzt Timeghost ins Deutsche (sprachlich wie musikalisch) mit allen Feelgoods und fickenden Katzen and so on und entlarvt langsam aber brachial den Mythos vom universalen medialen Wohlstand für alle als jämmerlichen Aufgussbeutel - second hand Feel traurigster Machart. Das alles nicht aus dem Intellektuellenkämmerlein oder dem elfenbeinernen Jazzkeller, sondern aus der Rock-Ecke, der fast noch guten alten, die auf einmal angesichts medialer Kälte allerorten wirkt wie die schlichte Wahrheit. Wollie Kaisers Timeghost ist die zeit- gemäß unzeitgeistige Antwort auf den Zeitgeist.



ALEXANDER VON SCHLIPPENBACH TRIO

Alexander von Schlippenbach - Piano
Evan Parker - Sopran- und Tenorsaxophon
Paul Lovens - Schlagzeug


Powerplay, Konstruktivismus, Virtuosität, Klangforschung. Wenn es eine Formation gibt, durch die die Kontinuität des europäischen Free Jazz über die letzten drei Jahrzehnte hin- weg in Reinkultur repräsentiert wird, dann ist es diese. Kompromisslos, zielbewusst, ohne Schielen nach modischen Trends, mitunter sperrig, aber immer hochkonzentriert und energiegeladen, bildet dieses Schlippenbach-Trio einen der Fixpunkte am Horizont zeitgenössischer Jazzgeschichte.



CREAMTEAM

Frank Warnke - Gitarre
Hans Kreuzinger- Saxophone, Flöte
Frank Höfliger - Bass
Ernst Seitz - Tasteninstrumente
Dirk Rosenbaum - Schlagzeug

1993 formierte sich in Gießen die Fusionband Creamteam aus einem Kreis von Musikern, deren Ziel es war, einen eigenen Weg in Richtung Fusion zu gehen. Ein Standbein dieses Konzepts sind die Eigenkompositionen des ursprünglich aus Salzgitter stammenden Gitarristen Frank Warnke. Das andere die Idee, sich die Lebendigkeit und Spielfreude sowie den gewissen "Alarmfaktor" auch in dieser Stilistik zu erhalten. Dieses Konzept ging sehr schnell auf, wie sich aus den Reaktionen auf die ersten Live-Auftritte ablesen ließ. So qualifizierte sich das Creamteam bereits im Herbst 1993 als einzige Instrumentalband für den Sampler "Gießen Tracks", spielte im Frühjahr 1994 auf der Musikmesse in Frankfurt und ist seither auch überregional aktiv.



TRIO MUSIC

Elvira Plenar - Piano
Vitold Rek - Kontrabass
Ralf Hübner - Schlagzeug


Dieses Trio ist die "Wunschband" unseres Preisträgers Werner Wunderlich. Sie repräsentiert einige für seinen Werdegang wichtige Aspekte: seinen Frankfurter Wirkungskreis, seine Berliner roots (Wunderlich und Hübner sind gebürtige Berliner), seine seit Jahrzehnten bestehenden en- gen Beziehungen zur polnischen Jazzszene (welcher Vitold Rek entstammt) und seine Aufgeschlossenheit für musikalische Innovation und kreative Energie, wie sie auf so überzeugende Weise durch die Trägerin unseres Hesssischen Jazzpreises von 1993, Elvira Plenar, verkörpert wird. Trio Music steht für ein demokratisches Spielkonzept. Es gibt keine sidemen und keine sidewomen. Es agieren drei gleichrangige und gleichberechtigte Spielpartner. Der Akzent liegt auf Interaktion. Die Rollenverteilung ist flexibel.



BIG NOISE FROM GIESSEN
ZONE G

Herbert Hellhund, Frank Deppe - Trompete
Christian Krauß - Posaune
Nils Hartwig, Ekkehard Jost, Hans Kreuzinger, Jörn Pons - Saxophone
Uwe Hager,Manfred Becker - Akkordeon
Volker Spicker - Piano
Frank Warnke - Gitarre
Frank Höfliger,Kai Rohde, Markus Runzheimer - Bass
Odilia Rodach - Gesang
Joe Bonica, Dirk Rosenbaum - Schlagzeug
Besetzungsangaben ohne Gewähr

Einmal im Jahr, genauer gesagt, am ersten Mittwoch im Dezember und damit sozusagen zum Schluss der Saison, feiert die Giessener Jazz-Initiative sich selbst mit einem Konzert im Ulenspiegel unter dem Motto "Big Noise from Giessen". Die Darbietungen rangieren von selbstvergessenen Solo-Auftritten über diverse ad-hoc-Formationen unterschiedlichster stilistischer Orientierung bis hin zum orchestralen Powerplay. Das Konzept fördert die Solidarität und den musikalischen Gedankenaustausch. Es hat sich bewährt und wir wollen es auf dieses Festival übertragen, allerdings - wie es sich für ein Festival gehört - in etwas geordneterer Form und auf der Ba- sis einer gründlichen Vorbereitung. Bei Redaktionsschluss waren natürlich weder die Kompositionen fertig, noch stand die genaue Besetzung fest. That's Jazz.

 

JAZZINITIATIVE GIESSEN
Kleiner Rückblick

Die Jazzinitiative Gießen, kurz JAZZIG genannt, ist kein Fanclub von sog. Jazzfreunden, sondern eine Musiker-Kooperative. Sie existiert seit Mai 1977 und ist damit unter den zur Zeit im Lande Hessen aktiven, vergleichbaren Institutionen die älteste. - Begonnen hatte alles jedoch noch ein wenig früher: bereits im Juli 1976 formierte sich auf der Basis des "Jazzworkshops der JLU" eine "AG Alternative Musikkultur", die in Zusammenarbeit mit dem ASTA eine Konzertreihe "Jazz in der Uni-Aula" durchzuführen begann. Ab 1978, nach der Gründung der "JAZZIG" als ·eingetragener Verein·, begannen sich die Aktivitäten der Initiative über die Uni-Aula hinaus auszuweiten. Die Oktave kam ins Spiel, der Konzertsaal des Musikwissenschaftlichen Instituts mit seiner sagenhaften Akustik, das Gasthaus Lahnlust, der Netanya-Saal, die Alte Unibibliothek und schließlich - seit 1993 - der Ulenspiegel. Festivals fanden u.a. in der Kongresshalle (1986), im Ziegelschiff (1992) und im Musikwissenschaftlichen Institut (1994) statt. Und so kann man wohl sagen, daß es kaum einen auch nur halbwegs geeigneten Raum in Gießen gibt, in dem die JAZZIG ihre akustischen Spuren nicht hinterlassen hätte. Nachdem sich die Initiative in den ersten Jahren sehr stark auf die Veranstaltung von Konzerten mit auswärtigen Gruppen konzentriert und dafür viel Energie und Zeit investiert hatte, begann man sich im Laufe der folgenden Jahre mehr und mehr auf die Realisierung der eigenen Interessen zu besinnen. Denn mittlerweile gab es schon eine ganze Reihe von profilierten Gießener Musikern, die nicht länger vor allem als Gastgeber und Konzertveranstalter fungieren, sondern in stärkerem Maße auch ihre eigene Musik in den Vordergrund stellen wollten. Zu den Formationen, die während der 80er Jahre auf der Gießener Szene aktiv waren, gehörten Grumpff, TNT, Triangle, Sequenz, Amman Boutz, Zeno, Pourqois Pas, Balance, Tension, Up-Art und Augmented New. Keine dieser Gruppen existiert heute noch, für langlebige Besetzungen ist die Jazzszene viel zu lebendig (und ökonomisch zu instabil). Dabei sind die meisten der an diesen Formationen einstmals beteiligten Musiker nach wie vor unvermindert aktiv: in neuen Besetzungen mit neuen Namen, in diversen Projekten - auf der hessischen Jazzszene und weit darüber hinaus. Gegenwärtig geht es unserer Gießener Jazzmusiker-Kooperative einigermaßen gut. Es gibt - wie man sieht und hört - einige Jubiläen, die für Auf- merksamkeit und materielle Unterstützung sorgen. Unser Publikum ist uns treu, unsere Konzerte sind durchweg gut besucht, die Presse ist uns meistens freundlich gesonnen. Und mit den Veranstaltern, mit denen wir regelmäßig zusammenarbeiten (Hallo Keyla!) kommen wir gut klar. Jedoch stehen die Zeichen auf Sturm. Das Eis, auf dem unsere Musik tanzt, wird zunehmend dünner. Die öffentlichen Mittel, die zum Überleben einer nur begrenzt populären Kunst unverzichtbar sind, werden kontinuierlich reduziert. Medien wie der Hessische Rundfunk, die uns vor nicht allzu langer Zeit noch hilfreich unter die Arme griffen, richten ihr Interesse wohl zunehmend auf ihre Einschaltquoten. Anlass zur Resignation ist dennoch nicht gegeben. Die kreative Energie der Gießener Jazzszene ist ungebremst und wird sich - trotz mancherlei widriger Umstände - auch in Zukunft Gehör verschaffen. Dieses Festival mag Ihnen hier- von einen hoffentlich nachhaltigen Eindruck vermitteln. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei und das eine oder andere tiefgreifende jazzmusikalische Erlebnis.
Ekkehard Jost


PHOTOAUSSTELLUNG 14.11. - 14.12.

Die Ausstellung mit Photos von Herbert Fritz im TIL beschränkt sich bewusst auf Photos von Musikern, die der JazzIG angehören.
Sie dokumentieren somit gewissermaßen den "harten Kern" der musikalischen Aktivitäten der Initiative während der letzten Jahre.


Herbert Fritz, geboren 1959 in Bayern, kam 1991 aus beruflichen Gründen nach Gießen. Er ist Dozent für Spanische Literatur an der Justus-Liebig-Universität. Seit 1994 sieht er als Photograph regelmäßig die Veranstaltungen der JazzIG durch die Linse seiner betagten Canon AE1. Die Ergebnisse seines auch visuellen Interesses am Jazz werden hier erstmals öffentlich gezeigt.



Grußwort der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst
Dr. Christine Hohmann-Dennhardt


Das Hessische Jazzpodium hat sich in seinem sechsten Jahr als wichtiges hessisches Jazzfestival etabliert. Sein Programm mit regionalen Schwerpunkten und Workshops wird jeweils von einer anderen örtlichen Jazzinitiative in Zusammenarbeit mit der Jazzakademie Hessen erarbeitet. Nur mit diesem ehrenamtlichen Engagement ist ein anspruchsvolles Programm durchführbar. Die Jazzpodien, die auch durch die jeweiligen Kommunen unter- stützt werden, geben dem regionalen Jazzleben wesentliche Impulse für ihre weitere Arbeit. Sie sind damit ganz wesentlich für die Fortentwicklung der hessischen Jazzszene. Die Jazzpodien sind zugleich das Forum für die Verleihung des Hessischen Jazzpreises. So auch dieses Jahr, in dem der Hessische Jazzpreis dem Journalisten und Konzertveranstalter Werner Wunderlich verliehen wird. Wunderlich hat die älteste Konzertreihe in Deutschland, den "Jazz im Palmengarten" in Frankfurt, gegründet. Seit Jahrzehnten arbeitet er für viele deutsche Rundfunkanstalten. Durch sein breites Ver- ständnis für alle Jazzstile sowie seine Fähigkeit, diese zu vermitteln, gilt er als wichtige Integrationsfigur der deutschen Jazzszene. Die Jazzinitiative Gießen beteiligt sich 1997 bereits zum zweiten Mal am Hessischen Jazzpodium. Anlass ist das 20jährige Bestehen der Initiative. Ich will daher diese Gelegenheit nutzen und ihr herzlich zu diesem Jubiläum gratulieren. Zugleich danke ich ihren Mitgliedern für die örtliche Organisation des diesjährigen Festivals. Den Mitgliedern der Jazzakademie Hessen e. V. danke ich für ihr konstantes Engagement für den Jazz in Hessen. Allen beteiligten Musikerinnen und Musikern sowie den Gästen wünsche ich spannende Konzerte und ein aufregendes Festival.

GRUSSWORT DES OBERBÜRGERMEISTERS

In diesem Jahr feiert nicht nur die Stadt Gießen ein denkwürdiges Jubiläum, sondern auch die Jazzinitiative Gießen. Vor 800 Jahren, in einer 1197 ausgestellten Urkunde, wird erstmals der Name der Stadt im Zusammenhang mit einer Schenkung erwähnt. Dieses Jubiläum feiern die Stadt, ihre Bürgerinnen und Bürger und viele Vereine mit einer großen Zahl von Veranstaltungen, die die kulturelle und soziale Vielfalt in dieser Stadt dokumentieren. Aber nicht nur die Stadt hat Anlass zum Feiern. Auch die Jazzinitiative Gießen, die in diesem Jahr auf ein 20jähriges Bestehen zurückblicken kann und damit die älteste Jazzinitiative Hessens ist, feiert mit. In diesen Jahren hat sie sich als ein Forum etabliert, bei dem sich nicht nur internationale Stars, sondern auch weniger bekannte Musiker und Bands präsentieren können. Die Jazzinitiative wird mit einem abwechslungsreichen, vielversprechenden Jubiläumsprogramm Musik zu Gehör bringen, die von der Tradition, von ihren Fundamenten lebt und dennoch für Improvisation und Weiterentwicklung steht. Ich gratuliere der Jazzinitiative Gießen und freue mich, dass sie im Rahmen des Gießener Stadtjubiläums ihr 20jähriges Bestehen feiert und damit einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt in dieser Stadt leistet.
Manfred Mutz, Oberbürgermeister


GRUSSWORT DER JAZZAKADEMIE HESSEN e.V.



Die Jazzinitiative Gießen feiert zwanzigjähriges Bestehen - angesichts der mittlerweile fast hundertjährigen Geschichte des Jazz eigentlich nur ein kleiner Abschnitt, angesichts der sich schnell wandelnden Jazzszene aber durchaus ein Grund zum Feiern. Doch nicht die zeitliche Beharrlichkeit veranlasste die Jazzakademie Hessen, ihr Jazzpodium zum zweiten Mal nach Gießen zu vergeben, sondern vor allem die Tatsache, dass die Gießener Jazzinitiative in all diesen Jahren ein konsequent anspruchsvolles Programm in die Mittelhessenmetropole brachte, neue Spielorte für die Musik entdeckte, junge Musiker an den Jazz heranführte, Ansporn für neue Gruppen und neue Gruppenkonzepte gab. Die Jazzakademie Hessen e.V. wurde 1990 gegründet, um Aktivitäten der regionalen Jazz- szene zu bündeln. Seither organisiert sie jedes Jahr in Zusammenarbeit mit einer örtlichen Initiative das Hessische Jazzpodium. Dies ist ein Festival, bei dem regionale Projekte vorgestellt werden, den Musikern und Ensembles der Region aber auch die Gelegenheit gegeben werden soll, über den eigenen Dunstkreis hinauszublicken, Bands und Musiker von außerhalb einzuladen und Kontakte zu knüpfen. Die Erfolge der vergangenen Jahre haben unserem Konzept recht gegeben, das nicht die Jazzstars in den Vordergrund stellt, sondern vielmehr die lokale, lebendige Jazzszene. Zum Hessischen Jazzpodium gehört traditionell die Verleihung des Hessischen Jazzpreises durch die Ministerin für Wissenschaft und Kunst. Mit dem Preis werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich um die Jazzszene des Landes verdient gemacht haben. Nach Heinz Sauer, dem Verein "Jazzfreunde Fulda", Elvira Plenar, Bob Degen, Emil Mangelsdorff und Jürgen Wuchner geht der Preis in diesem Jahr an Werner Wunderlich, der seit Jahrzehnten als renommierter Jazzkritiker, Rundfunkmoderator, Konzertveranstalter und Integrationsfigur für die verschiedenen Szenen des Jazz aktiv ist. Wunder- lichs Frankfurter Konzertreihe "Jazz im Palmengarten" ist die älteste vergleichbare Veranstaltung in Deutschland. Sein Wirken um den Jazz geschah und geschieht oft im Hintergrund. Er soll mit dem Hessischen Jazzpreis für all die organisatorische Arbeit ausgezeichnet werden, die eine effektive Unterstützung des Jazzlebens in Hessen und in Deutschland darstellt. Das Programm des diesjährigen Hessischen Jazzpodiums ist nur durch die weitreichende finanzielle Unterstützung des Landes Hessen und der Stadt Gießen möglich. Beiden sagen wir hierfür unseren aufrichtigen Dank. Die Hauptorganisation des Festivals lag bei der Jazzinitiative Gießen, die sowohl den Veranstaltungsort als auch weitgehend das musikalische Programm aussuchte. Den Mitgliedern der Jazzinitiative sei an dieser Stelle gedankt: für die Arbeit, die zur Realisierung dieses Festivals führte, wie auch für die Arbeit, die sie in den vergangenen zwanzig Jahren für den Jazz in Hessen leisteten. Ihnen, den Besuchern des Gießener Festivals, wünsche ich viel Spaß bei einem Programm, das reichlich jazzmusikalische Spannung verspricht.
Gießen, im November 1997
Wolfram Knauer 1. Vorsitzender der Jazz-Akademie Hessen e.V.
Werner Wunderlich


6. HESSISCHES JAZZPODIUM
20 JAHRE JAZZINITIATIVE GIESSEN


Eine Veranstaltung der Jazzinitiative Gießen e.V.
im Rahmen des Gießener Stadtjubiläums 1997
in Zusammenarbeit mit der Jazzakademie Hessen e.V.
und dem Stadttheater Gießen,
gefördert durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und durch die Stadt Gießen,
mit freundlicher Unterstützung durch Musikhaus Schönau, Licher
Brauerei, Emil Schmall GmbH, Grieb GmbH, Karstadt, Gießener
Anzeiger, Hotel am Ludwigsplatz, Fish Music, Oktave, Ulenspiegel

Festivalorganisation: Jazzinitiative Gießen
Presse und Medien: Uwe Hager, Jörn Pons, Volker Spicker
Werbung: Manfred Becker, Uwe Hager, Jörn Pons
Verträge und GEMA: Uwe Hager
Hotelbuchungen: Uwe Hager
Tontechnik: Musikhaus Schönau/Daniel Pottek
Saaltechnik/Licht: Hermann Schmidt
Fotoausstellung: Herbert Fritz
Video- und Audio-Dokumentation: Ekkehard Jost, Andreas Wessel
Fotodokumentation: Ekkehard Jost, Herbert Fritz
Catering: Löbers